Samstag, 31.10.2015 – 13 Uhr – Berliner Platz, Münster

12045291_864248217004796_8698260737698894415_oVor 3 Wochen wurde das alte Zollamt in Münster besetzt. Dieses Projekt wurde am vergangenen Montag nach Strafanzeige der BimA (Bundesanstalt für immobilien Aufgaben) durch die Polizei beendet.

Das Soziale Zentrum Zollamt war ein unkommerzielles, nicht-staatliches, nicht-kirchliches Zentrum, in welchem alle ihre Ideen und Kritik einbringen konnten und keine Hierarchien aufgebaut wurden – und genau in diesen Details liegt der Riesenunterschied zu anderen Zentren in Münster! Trotz der kurzen Zeit, in der die Räume genutzt wurden, hatte sich ein breites selbstorganisiertes Programm entwickelt. Neben Konzerten, Workshops, Filmvorführungen und Bildungsangeboten, war es auch immer ein Ort, an dem verschiedenste Menschen ungezwungen zusammenkommen und sich austauschen konnten.

Die Räumung hinterließ bei Besetzer*innen und einem großen Kreis an Unterstützer*innen Wut, Trauer und Enttäuschung. Mit der Räumung wurde uns das Haus genommen, nicht aber die Energie und der Wille! Die Träume, Bedürfnisse und Ideen in und um das Zollamt sind noch immer da. Im Zollamt wurde ein Freiraum für einen Moment Realität – und dafür werden wir weiter kämpfen!

Diese zwei Wochen haben erst recht gezeigt: Münster braucht ein soziales Zentrum, das die Menschen selbst gestalten können!

Das Beispiel Zollamt steht stellvertretend für über 600 leerstehende Häuser in Münster, die trotz des hohen und immer weiter steigenden Bedarfs nicht genutzt werden. Zusätzlich wird die Stadt durch immer neue Millionenprojekte aufgewertet und immer mehr Menschen durch steigende Mieten verdrängt und ausgegrenzt.

Das Problem sind nicht diejenigen, die Raum und Mitbestimmung in der Stadt fordern, sondern eine Stadtplanung, die solche Forderungen erst nötig macht und Profitinteressen statt die Bedürfnisse der Menschen in den Vordergrund stellt. All die Kämpfe, ob von Geflüchteten für menschenwürdiges Wohnen, von Initiativen gegen Luxusbauprojekte – wie beispielsweise am Hafen – und eben auch der Kampf für ein soziales Zentrum in Münster, gehören zusammen!

Es ist der Kampf um das Recht auf Stadt für alle Menschen.

Wir freuen uns auf alle Menschen, die diesen Unmut teilen und ihn gerne auf die Straße tragen möchten.

Wenn ihr kleine Statements zum Thema Recht auf Stadt oder Soligrüße an die Besetzer*innen des Zollamts verfassen möchtet, könnt ihr diese an unsere Mailadresse senden. Wir werden dann versuchen, möglichst viele während der Demo zu verlesen.

Wir wünschen uns eine kraftvolle und bunte Demonstration, von der keine Eskalation ausgeht. Was abseits der Demonstration geschieht, bleibt natürlich euch überlassen. Seid kreativ & tragt euren Protest auf die Straße!

zollamt.blackblogs.org | zollamt@riseup.net