Die erste Woche und das erste komplette Wochenende im besetzten Zollamt sind im Kasten.
Wie schon in der ganzen Woche war eure Unterstützung auch an diesem Wochenende wunder-
bar. Auch die Solidaritätsaktionen aus der Grevener31, von dem AvantiZentrum Dortmund,
KoZe aus Hamburg und aus Madrid haben den Besetzer*Innen und allen Menschen im Haus
noch einmal Kraft gespendet und sie in ihrem Engagement in und um das Zollamt bestärkt. Für
all jene, die das Wochenende oder Teile verpasst haben oder auch all solche, die sich gerne
nochmal erinnern möchten, folgen ein kleiner Rückblick auf das Wochenende und ein Ausblick
auf die nächsten Wochen.
Im Zollamt begann das Wochenende am Freitag mit einem großen Versteckspiel im Haus. Über
eine Stunde wurde sich mit großer Motivation versteckt und gesucht. Nach dem kleinen Aus-
flug in die Kindheit folgten viel Livemusik, ausgelassene Stimmung und ein gemütlicher und
ausgiebiger Kneipenabend. Bei Gitarren- und auch Geigenklängen, sowie mit fetten Beats von
DJ Jane und DJ Fritz wurde viel erzählt und gelacht. Zum offiziellen Wochenjubiläum wurde
dann am Samstag zum Konzert ins Zollamt geladen. LiMo aus Osnabrück und AMK aus Dort-
mund heizten den Menschen im Haus ordentlich ein und mehrere hundert Menschen feierten
bis tief in die Nacht. Mit einer anschließenden Kellerparty endete die Feier zum Wochenbeste-
hen in den Morgenstunden.
Als sich am Sonntag die Menschen im Haus aus ihren Betten schälten wurde für den anstehen-
den großen Workshop-Tag aufgeräumt. Nach dem Motto: „Viele Hände, schnelles Ende!“
packten alle mit an und die Spuren der Partynacht waren schnell beseitigt. Über den Tag verteilt
gab es beispielsweise Lesungen, Vorträge, Vernetzungstreffen und Diskussionen. Neben dem
vieldiskutierten „Kommenden Aufstand“, gab es unter anderem einen Vortrag zum Thema
Mietrebell*Innen, ein feministisches Vernetzungstreffen, einen Workshop zum Thema der
Computersicherheit oder auch einen Bericht über die Besetzung des Hambacher Forsts.
Die ganze letzte Woche, die Veranstaltungen am Wochenende und auch der ungebrochen große
und wachsende Andrang zeigen, dass das Zollamt auf einem guten Weg ist und einen Leerraum
in der Stadt sinnvoll ausfüllt. Selbst die drohende Räumung in der letzten Woche hat die Men-
schen nicht davon abgehalten, ihr Recht auf Freiraum wahrzunehmen und sich in vielfältigen
Formen in das soziale und kulturelle Zentrum in der Sonnenstraße 85 einzubringen. Nach einer
euphorischen ersten Woche gilt es nun den zweiten Schritt zu gehen und das Zentrum noch
weiter in die Umwelt einzubinden.
Auch weil weder die BIMA, noch die Stadt oder die Polizei sich zum Zentrum in der Sonnen-
straße bekannt haben, müssen wir alle wachsam bleiben. Den erkämpften Freiraum lassen wir
uns nicht mehr nehmen! Auch in den nächsten Wochen wird es um das Zollamt nicht ruhiger
werden! Tragt euch weiter mit einer SMS „amt go“ an 01577 9353856 in den Verteiler ein.
Über Veranstaltungen halten wir euch auf der Webseite und dem Twitteraccount @amt_zoll,
sowie mit den Hashtags #Zollamt und #squatms auf dem Laufenden.
Bis dahin: Für unser Haus, unsere Stadt und unsere Welt!

PS.: am 19.10 um 20:04 bis 21:00 Uhr gibts auf Antenne Münster (94,5 MHz) einen Beitrag von der Graswurzelrevolution zu der Besetzung – mehr Infos hier.